Wie sicher ist dein Job? Zehn Berufe, die in Zukunft vom Aussterben bedroht sind

Weißt du, was ein Gasriecher ist? Oder ein Aufwecker? Und was bitte ist ein Abtrittanbieter? Dies alles sind Jobs, die es einmal gegeben hat, von denen heutzutage aber kaum noch jemand weiß, was sie beinhaltet haben. Der Wandel der Zeit hat diese Jobs in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen. Dafür sind allerdings auch jede Menge neue Berufe entstanden. Wie sicher ist dein Job? In diesem Blogbeitrag verraten wir dir, welche Jobs unserer Gegenwart es in Zukunft nicht mehr geben wird.

Schaue dir hierzu auch unser Youtube-Video an:


Wie sicher ist dein Job?

Ein Gasriecher war dafür zuständig, durch die unterirdischen Gasleitungen zu laufen und diese auf Lecks zu untersuchen. Die Aufgabe des Aufweckers war, wie der Name schon sagt, die Leute morgens aufzuwecken - natürlich in Zeiten, bevor es Wecker oder gar Smartphones gab. Ein Abtrittanbieter schließlich war jemand, der immer mit zwei Eimern herumlief, in denen die Leute ihre Notdurft verrichten konnten, als es noch keine öffentlichen Toiletten gab. Schon seit Anbeginn seiner Existenz hat der Mensch sich immer weiterentwickelt. Von der Erfindung der ersten Werkzeuge bis zu modernsten Technologien war es ein langer, beschwerlicher Weg. Und wir sind noch lange nicht am Ende unserer Entwicklung angelangt. Natürlich blieb auch die Arbeitswelt von diesen Veränderungen nicht unberührt: Im Laufe der Zeit sind immer wieder neue Jobs entstanden. Andere Jobs wiederum sind verschwunden, weil das Bedürfnis, das sie einst stillten, anderweitig erfüllt werden konnte. Mit der Erfindung moderner Sanitäranlagen etwa ist der eingangs erwähnte Job des Abtrittanbieters verschwunden. Und, seien wir mal ehrlich: Dafür kann man schon dankbar sein!


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Bildbeschreibung: Drei Kerzen, die gerade gelöscht wurden. Rauch steigt von den Dochten auf. 


Die Hälfte aller jetzigen Jobs könnte entfallen

In diesem Blogbeitrag soll es um Jobs gehen, die heutzutage vom Aussterben bedroht sind. Falls dein aktueller Job dabei sein sollte, kannst du dir jetzt schon einmal Gedanken machen, welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt. Habe keine Angst vor Veränderung, sie kann dir Wege aufzeigen, die du vorher nicht für möglich gehalten hättest. Denn, natürlich verschwinden viele Berufe, vor allem durch Technologisierung und Digitalisierung. In einer OECD-Studie aus dem Jahr 2020 sind Jugendliche befragt worden, welchem Beruf sie einmal nachgehen wollen. Ganze 39 Prozent der von den jungen Menschen genannten Berufe seien jedoch akut vom Risiko gefährdet, innerhalb des nächsten Jahrzehnts der Automatisierung zum Opfer zu fallen. Diese Jobs wird es also einfach nicht mehr geben. Insgesamt könne man heutzutage damit rechnen, dass die Hälfte aller jetzigen Berufe automatisiert werden. Gerade junge Menschen sollten sich intensiv mit der heutigen Arbeitswelt auseinandersetzen, damit sie ihre Berufswünsche nach vorhandenen Trends ausrichten.

“Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg!”

Digitalisierung und Automatisierung bieten auch bisher ungeahnte Möglichkeiten, aus denen neuartige Berufsfelder entstehen. Ja, es stimmt, viele Berufe werden wegfallen, aber, so lehrt es die Geschichte: Dabei entstehen immer auch viele neue Berufe. Den Mythos, dass bald jegliche Arbeit von Robotern übernommen werden könnte, gibt es bereits länger, als es überhaupt Roboter gibt. Bisher ist es aber nie soweit gekommen. Diejenigen Branchen, in denen Kreativität und Empathie eine große Rolle spielen, werden uns wohl auch in Zukunft erhalten bleiben, denn diese beiden Kompetenzen kann keine KI der Welt bisher ersetzen. Umgekehrt bedeutet dies auch, dass Kreativität und Empathie zwei der Schlüsselkompetenzen der Zukunft sind. Der Wandel der Arbeitswelt wird weitergehen. Und du kannst vorbereitet sein. Vielleicht entsteht ja sogar ein Beruf, der deinen Stärken und Interessen viel besser entgegenkommt als alle bestehenden Berufe.

Aussterbende Jobs

Es ist sehr wichtig, am Zahn der Zeit zu sein, auf dem Laufenden zu bleiben, damit du rechtzeitig eine berufliche Neuorientierung vorbereiten kannst, falls auch dein Job zu den vom Aussterben bedrohten Feldern gehört. Welche Jobs das sind? Wir stellen dir nun zehn Berufsfelder vor, die es so in Zukunft vermutlich nicht mehr geben wird.

1. Steuerberater*in

“Nichts in dieser Welt ist sicher, außer dem Tod und den Steuern”, das wusste schon Benjamin Franklin. Unser Steuersystem ist so kompliziert, dass es eigene Fachleute braucht, um durch den dichten Dschungel aus Steuergesetzen und Regularien durchzublicken. Laut IAB, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, sind die Tätigkeiten eines Steuerberaters allerdings bereits jetzt bis zu 73 Prozent automatisierbar. Was heute noch ein äußerst lukrativer Job ist, könnte also schon in wenigen Jahren völlig von künstlicher Intelligenz erledigt werden. Und damit ist auch der Job des Steuerberaters passé.

2. Bankkaufleute

Bestimmt hast du den Rückgang von Bankfilialen schon bemerkt. Immer mehr Leute nutzen die bequemen Vorteile des Online-Bankings und haben eine Bankfiliale, außer zum Geldabheben schon seit Jahren nicht mehr von innen gesehen. Diese Entwicklung wird sich vermutlich noch zuspitzen, sodass auch der Beruf des Bankkaufmanns bzw. der Bankkauffrau immer seltener wird.

3. Einzelhandelskaufleute

Schon vor Corona war das Sterben der Innenstädte in aller Munde. Doch die Pandemie hat diese Entwicklung noch verschärft. Mehr und mehr Leute ziehen die bequeme Bestellung von zuhause aus dem Gang zum Shopping in die Innenstadt vor. Viele Läden sind akut vom Aussterben bedroht. Und so schrumpft auch die Nachfrage an Jobs im Einzelhandel stetig. Nur noch wenige Menschen gehen gezielt in einen Laden, um sich von den Verkäufer*innen dort beraten zu lassen. Diese Branche wird also nach und nach weiter schrumpfen.

4. Flugbegleiter*in

War das Konzept von Billigflügen Anfang der 2000er Jahre noch die schlagende Geschäftsidee, geht die Anzahl der Flüge mehr und mehr zurück. Zu Beginn der Corona-Pandemie war der Flugverkehr in Deutschland in die 1950er Jahre zurück katapultiert worden. So gab es 60 Prozent weniger Passagiere im Jahr 2020. Bei Ryan Air haben gar die Piloten selbst die Rolle des Flugbegleiters übernommen, damit Kosten eingespart werden konnten. Auch das Bewusstsein über die Klimakrise und Begriffe wie “Flugscham” sorgen dafür, dass dieser Jobsektor weiter schrumpfen wird.

5. Reisebüromitarbeiter*in

Bereits vor Corona buchten immer weniger Menschen eine Pauschalreise im Reisebüro nebenan. Das Internet bietet mehr und mehr einfache und günstigere Alternativen, sich seine Reise individuell selbst zusammenzustellen. Diese Entwicklung wird sich vermutlich noch zuspitzen, sodass der Bedarf an Reisebüros und dazugehörige Mitarbeiter*innen immer weniger wird.

6. Landwirt*in

Denken wir an den Beruf des Bauers oder der Bäuerin, so stellen wir uns häufig eine idyllische Landschaft und naturverbundenes Arbeiten vor. Natürlich bietet der Job auch all diese Vorteile. Aber er ist auch ein extrem kräftezehrender Beruf, der zudem mehr und mehr wegrationalisiert werden wird. Maschinen werden nach und nach alle Tätigkeiten übernehmen, die heute noch von Menschen ausgeführt werden müssen. Früher hat ein Menschen vier Menschen versorgt. Heute versorgt ein Bauer 140 Menschen. Das bedeutet, weniger körperliche Anstrengung, aber natürlich auch weniger Jobs.

7. Zählerableser*in

Ob nun Strom, Gas oder Wasser. Wir alle kennen es wohl noch: Jemand kommt vorbei, liest den Zähler ab und wir erhalten eine Abrechnung über unseren Verbrauch. Was heute noch größtenteils manuell geschieht, wird schon sehr bald völlig digitalisiert werden. Schon jetzt werden mehr und mehr Zähler so gebaut, dass sie eigenständig die Daten übermitteln - ohne, dass es einer Ablesung bedürfte.

8. Taxi-, Bus- und LKW-Fahrer*in

In vielen Orten wird bereits heutzutage das autonome Fahren getestet. Seien es nun Minibusse ohne Fahrer*in in Hamburg oder der völlig autonome Linienverkehr im bayerischen Bad Birnbach. Was heute vielleicht noch wie Zukunftsmusik anmutet, wird wahrscheinlich bereits in wenigen Jahren Alltag sein. Der Fahrberuf ist somit ebenfalls vom Aussterben bedroht.

9. Kassierer*in im Supermarkt

Ebenso wie der Beruf der Einzelhandelskaufleute steht auch der Beruf der Kassierer*innen im Supermarkt unter keinem guten Stern. Anders als im Einzelhandel jedoch ist im Lebensmittelhandel nicht so sehr der Rückgang von Supermärkten selbst das Problem (wobei auch dies in der Zukunft noch kommen könnte). Vielmehr wird es hier immer mehr SB-Kassen geben, an denen die Kund*innen eigenständig ihre Waren einscannen und bezahlen können, so wie dies auch heutzutage schon in vielen Märkten der Fall ist.

10. Jurist*in und Rechtsanwaltsgehilf*in

Bei diesem Punkt werden vermutlich viele zunächst aufhorchen: Wie soll denn der Beruf der Jurist*innen von Maschinen übernommen werden? Aber Fakt ist, schon heutzutage gibt es sogenannte Legal-Techs, die Ansprüche auf Entschädigungen berechnen können. Und auch in anderen Bereichen wird verstärkt auf Software zurückgegriffen. Insbesondere der Beruf der Rechtsanwaltsgehilfen wird vermutlich vollends rationalisiert werden können. Es ist unwahrscheinlich, dass der Berufsstand der Jurist*innen insgesamt verschwinden wird, allerdings werden immer weniger von ihnen in kleinerem Umfang gebraucht werden.

Appell an die Eltern unter euch

Stellt euch einmal die folgende Situation vor, vielleicht habt ihr sie tatsächlich auch selbst so erlebt: Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu und ihr steht vor der Fragestellung, wo soll es beruflich hingehen? Früher war die Entscheidungsfindung relativ klar: Der Vater ist Banker oder Bäcker, dann soll es auch der Sohn werden. Die Mutter ist Lehrerin oder Ärztin, dann soll die Tochter es ihr nachmachen. In der Vergangenheit hatte es einen Sinn so zu denken. Soviel Auswahl in der Berufswahl gab es nicht. Und studieren durften ohnehin nur diejenigen, die es sich leisten konnten.

Es ging nicht darum, dass ein Beruf vorrangig Spaß machen muss, er sollte in erster Linie Sicherheit bieten. Heutzutage ist die Entscheidungsfindung für Berufseinsteiger mit großen Herausforderungen verbunden. Tausende Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten und die Vielfalt in der Gestaltung des Berufsweges erschweren die Entscheidung für den „passenden“ Berufsweg. Wie sieht es derzeit bei eurem Kind aus? Was sind seine beruflichen Ziele? Und kennt es die Wege, um diese zu erreichen? Denkt nicht, dass die Jobs, die zu eurer Zeit noch lukrativ und voller Zukunftsaussichten waren, das auch heutzutage noch zwangsläufig sind. Steuerberater*in zu werden, mag vor 20 oder 30 Jahren noch eine super Idee gewesen sein. Heute wäre ich da etwas vorsichtiger. Ihr könnt eure Kinder unterstützen, indem ihr zusammen schaut, welche Jobs gefährdet sind, zukünftig wegrationalisiert zu werden. Und ihr könnt euch auf solche Jobs fokussieren, die großes Zukunftspotenzial haben. Bei dieser schwierigen Entscheidung können insbesondere professionelle Karriereberater helfen, die sich tagein tagaus mit den aktuellsten Entwicklungen der Arbeitswelt auseinandersetzen.

Futuromat

Das waren also die 10 Jobs, die vermutlich schon in den nächsten Jahren das Zeitliche segnen werden. Fallen dir noch mehr ein? Willst du wissen, wie gefährdet dein jetziger Beruf ist? Das IAB hat eine eigene Suchmaschine hierfür - den sogenannten Job-Futuromat. Eine wirklich nützliche Seite. Dort kannst du ganz einfach nachgucken, welche Veränderungen für dein Berufsfeld zukünftig erwartet werden.

Welche Erfahrungen hast du mit aussterbenden Berufen gemacht? Warst du vielleicht sogar selbst davon betroffen? Was hat dir geholfen, dich neu zu orientieren? Schreib uns deine Erfahrungen gerne in die Kommentare. 


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