Kündigung schreiben – Wie du richtig deinen Job kündigst

Der Chef lässt dich immer wieder Überstunden machen, die Kollegin ist nur am lästern und dein Aufgabengebiet empfindest du von Tag zu Tag langweiliger? Gründe für Kündigungen gibt es wie Sand am Meer. Wenn du im Augenblick davor stehst, deinen Job zu kündigen, dann gibt es einige wichtige Dinge, die du dabei beachten musst, damit deine Kündigung auch wirksam ist. Welche Punkte das sind und wie du dein Arbeitsverhältnis korrekt beendest, das erklären wir dir in diesem Beitrag.

Kündigung


Kündigung leicht gemacht

Damit die Kündigung deines Arbeitsverhältnisses rechtlich auch wirksam ist, gilt es einige wichtige Dinge zu beachten. Wir gehen diese nun einmal Schritt für Schritt durch.

1. Kündigung in Schriftform.

Deinem Chef in einem wütenden Gespräch zu sagen, dass du kündigst, reicht gesetzlich nicht aus, um die Kündigung auch wirksam zu machen. Und auch E-Mail, Fax oder WhatsApp Nachricht reichen nicht. Deine Kündigung muss immer in Schriftform erfolgen, das heißt, du musst deine Kündigung ausdrucken und deinem Arbeitgeber postalisch zukommen lassen oder persönlich übergeben.

2. Unterschreibe persönlich.

Nachdem du deine Kündigung ausgedruckt hast, darf auf keinen Fall deine Unterschrift fehlen. Wichtig dabei ist, dass eine eingescannte oder elektronische Unterschrift hier nicht wirksam ist, du musst also händisch unterschreiben.

3. Deine Kündigung muss vollständig sein.

Einige Angaben dürfen in deiner Kündigung auf gar keinen Fall fehlen. Das wären die folgenden Punkte:

Generell ist zuerst einmal zu sagen, dass deine Kündigung eindeutig formuliert sein muss. Schreibe also z.B. nicht im Konjunktiv, dass du kündigen würdest, sondern schreibe, “Hiermit kündige ich”

Deine vollständige Anschrift sowie die deines Arbeitgebers,

Das aktuelle Datum, um nachzuweisen, dass du die Kündigungsfrist einhältst,

In der Betreffzeile muss unbedingt das Wort “Kündigung” enthalten sein, damit sie rechtlich bindend ist

Die Anrede sollte an deinen Chef oder Chefin bzw. deinen Personaler oder deine Personalerin direkt gerichtet sein. Falls es aber keine direkte Ansprechperson gibt, kannst du auch “Sehr geehrte Damen und Herren” schreiben.

Im Text musst du die Kündigungsfrist erwähnen (Also: “Hiermit kündige ich fristgerecht zum ..und dann das Datum.”) Die Kündigungsfristen können variieren. Die gesetzliche Kündigungsfrist liegt bei vier Wochen, allerdings kann es auch längere Fristen geben, je nachdem, was vertraglich vereinbart wurde oder wie lange du schon im Unternehmen arbeitest. Schaue auf jeden Fall noch einmal in deinem Arbeitsvertrag nach, welche Frist du einhalten musst, damit du deine Kündigung rechtzeitig übermittelst.

Wie schon im letzten Punkt erwähnt, musst du deine Kündigung schließlich noch unterschreiben. Benutze dazu am besten auch eine der gängigen Grußformeln, wie z.B. “Mit freundlichen Grüßen”, und dann deine Unterschrift.

4. Nicht notwendig, aber vorteilhaft:

Soweit zu den notwendigen Inhalten deiner Kündigung. Es gibt dann aber auch noch Dinge, die du reinschreiben solltest, weil sie vorteilhaft sind. Das sind die folgenden Punkte:

Bitte in deiner Kündigung um eine schriftliche Bestätigung. Wenn dein Arbeitgeber dir schriftlich bestätigt hat, dass dein Arbeitsverhältnis zum Ende der Kündigungsfrist aufgehoben ist, dann hast du damit auch die Sicherheit, das dein Arbeitsverhältnis auch eben wirklich zu dem in der Kündigung genannten Datum endet. Theoretisch ist deine Kündigung automatisch bei fristgerechtem Eintreffen wirksam, aber als kündigende Person bist du es nun einmal, die in der Beweislast steht. Das heißt, für den Fall, dass dein Gegenüber also später einmal behaupten sollte, die Kündigung nie erhalten zu haben, musst du nachweisen, dass dem eben doch so ist. Wenn du deine Kündigung per Einschreiben schicken möchtest, dann hast du damit bereits einen schriftlichen Beweis und könntest auf die schriftliche Bestätigung verzichten.

Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Referenzen sind für deinen weiteren beruflichen Weg immer nützlich. Denn zukünftige Arbeitgeber wollen ja schließlich aus erster Hand erfahren, mit wem sie es da zu tun haben. Da ist ein tolles Arbeitszeugnis ein sehr guter Weg, um neben deinen fachlichen Qualifikationen auch deine Soft Skills unter Beweis zu stellen. Lasse dir diese Möglichkeit also nicht entgehen. Außerdem sind Arbeitgeber verpflichtet, dir ein solches Arbeitszeugnis zu erstellen und sie sind auch verpflichtet, es positiv zu formulieren. Wenn du möchtest, dass wir nochmal ein Video zu den wichtigsten Formulierungen in Arbeitszeugnissen machen, und was sie jeweils bedeuten, dann schreib uns gern in die Kommentare.

Die Danksagung ist ein weiterer, optionaler Bestandteil deiner Kündigung. Wenn du und dein Arbeitgeber im Guten auseinandergehen, dann könntest du dich im Kündigungsschreiben etwa für die Zusammenarbeit bedanken.

Sobald deine formal richtige Kündigung dann im Unternehmen eingegangen ist, gilt sie als zugestellt und auch rechtlich bindend. Du bist rechtlich übrigens nicht dazu verpflichtet, deine Kündigung zu begründen. Falls du dich dafür entscheiden solltest, deine Gründe mit in die Kündigung aufzunehmen, dann solltest du dabei in jedem Fall sachlich bleiben. Du kannst also z.B. schreiben, dass du dich aus beruflichen Gründen dazu entschieden hast, das bestehende Arbeitsverhältnis zu beenden.

Das waren unsere wichtigsten Tipps, wie du deinen Job richtig kündigst. Wenn du gerne kündigen möchtest, aber den Schritt noch nicht wagst, weil du das für dich passende Unternehmen noch nicht gefunden hast oder auch eine mögliche Selbstständigkeit dir noch etwas Angst bereitet, dann schreibe uns gerne an, auch über Instagram oder Facebook.  Wir begleiten dich gerne auf deinem Weg und wie du weißt, gibt es Millionen Wege.

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