Berufeinsteiger aufgepasst: Wie du als Neueinsteiger deinen Wert kennst (und ihn auch ausgezahlt bekommst)

Wenn Berufserfahrene auf Jobhunt gehen, liefern sie ihren potentiellen Arbeitgebern für gewöhnlich einen ganzen Katalog an Skills, Erfolgen und Berufserfahrung inklusive Arbeitszeugnisse. Was zur Folge hat, dass sie sich wenig bis gar keine Sorgen über ein angemessenes Gehalt machen müssen. Aber als Neueinsteiger*in in der Arbeitswelt hast du diesen Luxus vielleicht (noch) nicht. In diesem Fall mag ein wenig Arbeit nötig sein, um deinen Wert zu kennen – und ihn auch ausgezahlt zu bekommen. In diesem Beitrag wollen wir dir daher 4 gute Starting-Points für die eigene Gehaltsbestimmung als Neueinsteiger an die Hand geben.

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Bildbeschreibung: Zu sehen ist eine Bewerberin. Ihr gegenüber sitzen zwei Personaler mit dem Rücken zum Betrachter

Wenn du also noch nicht weißt, was du auf die Frage „Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?“ in einem Vorstellungsgespräch antworten sollst, können dir die folgenden Schritte behilflich sein. 

Schritt 1: Schätze dein Erfahrungsniveau ein

Du wirst nie bekommen, was du wert bist, wenn ein Arbeitgeber dein Potenzial nicht sehen kann. Dieses Problem verschärft sich, wenn du selber nicht in der Lage bist, dein Potential zu erkennen. Der erste Schritt in die Arbeitswelt besteht also darin, deinen Wert als Mitarbeiter*in zu bestimmen. Welche Kenntnisse und Fähigkeiten bringst du eigentlich schon mit, für die andere bereit sind, Geld zu bezahlen? Nimm dir etwas Zeit, um über alle deine bisherigen Berufserfahrungen nachzudenken,  einschließlich aller Teilzeit- oder Vollzeitjobs, befristeter Arbeitsverhältnisse und sogar ehrenamtlicher Tätigkeiten. Zum einen sehen diese Erfahrungen in einem Einsteiger*innen-Lebenslauf echt gut aus. Und zum anderen können sie bei deiner ersten Gehaltseinschätzung mit ähnlichen Fachpositionen gleichgesetzt werden. Das heißt: Allein, dass du diese Tätigkeiten schon einmal gemacht hat, qualifiziert dich für einen Job, in dem genau diese Tätigkeiten gefordert werden. Inklusive dessen Gehalt. Unabhängig davon ob es „nur“ ein Ehrenamt oder ein Vollzeitjob mit fester Berufsbezeichnung war. In vielen Fällen haben Freiwilligenarbeit und Zivildienst tatsächlich schon als Sprungbrett oder Einstieg für Karrieren gedient. Von daher: Schreibe auf, was du schon alles gemacht hast, welche Fähigkeiten dafür nötig waren und wie diese in deinem angestrebten Job zum Tragen kommen können.

Schritt 2: Mache deine Erfahrungen und übertragbaren Kenntnisse sichtbar

Da du noch nicht viele Berufsstationen aufzuweisen hast, musst du dich auf deine bisherigen Erfahrungen verlassen, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Selbst wenn diese Erfahrungen nicht mit deiner angestrebten Arbeit direkt zusammenhängen, musst du zeigen, was du gelernt hast und welche übertragbaren Fähigkeiten du hast. Übertragbare Fähigkeiten sind solche, die du bei einer Vielzahl von anderen Jobs einsetzen kannst. Also wenn du z.B. ehrenamtlich Veranstaltungen organisiert hast, kannst du diese Fähigkeit auch auf bei einer Stelle in der Veranstaltungsbranche anwenden. Mit diesen Informationen können Unternehmen dein Erfolgspotenzial für sie viel besser einschätzen. Du könntest auch einen funktionalen Lebenslauf erstellen, um die Aufmerksamkeit von deiner kurzen Karriere abzulenken. Während der typische Lebenslauf den beruflichen Werdegang in chronologischer Reihenfolge auflistet, beginnend mit der letzten Position, verzichtet der funktionale Lebenslauf auf die chronologische Auflistung und gibt stattdessen Details über deine Fähigkeiten, akademische Ausbildung und ehrenamtliche Erfahrungen an. Zum Beispiel könnte „Berufsrelevante Erfahrung“ eine Kategorie sein, in der du nur Stationen auflistest, die für die angestrebte Stelle auch wirklich wichtig sind. So erfährt der Arbeitgeber genau, was du zu bieten hast, ohne dass er von deinem beruflichen Werdegang abgelenkt wird.

Schritt 3: Lege deine Gehaltsvorstellungen fest

Bei der Jobsuche ist es wichtig, dass du realistische Erwartungen bezüglich deiner anfänglichen Gehaltsvorstellungen hast. Dies gilt insbesondere für Hochschulabsolvent*innen und solche, die zum ersten Mal ins Berufsleben einsteigen. In manchen Fällen bleibt dir gar nichts anderes übrig, als dich durch harte Arbeit, Engagement und Fleiß zu beweisen. Dennoch muss dein Gehalt kein Zufall sein. Tatsächlich kommen aktuelle Studien von Wakefield Research zu dem Ergebnis, dass 42 % der Hochschulabsolvent*innen ein Einstiegsgehalt von 50.000 Dollar oder mehr erwarten. Im krassen Gegensatz dazu bieten 48 % der befragten Arbeitgeber nur Einstiegsgehälter von 35.000 Dollar oder weniger für Neueinstellungen an. Wie du siehst, gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen dem selbst wahrgenommenen Wert eines Berufseinsteigers und seinem tatsächlichen Wert. Es gibt jedoch einige Tricks, mit denen du ein besseres Verständnis der Gehaltstrends und -erwartungen innerhalb deiner Branche bekommst. Der Vergleich deiner ehrenamtlichen Erfahrung mit der von Fachleuten in ähnlicher Position ist z.B. ein guter Weg, um den Mangel an monetärer Entlohnung zu berücksichtigen. Welche Aufgaben und Erfahrungen sind bei der Fachposition unverzichtbar? Welche haben wie viel Wert für die angestrebte Stelle? Und welche davon hast du bereits oder musst du noch sammeln? Und welche deiner Erfahrungen bieten sogar einen Mehrwert für ein bestimmtes Unternehmen, gehen also sogar über die üblichen Anforderungen hinaus? Das kann z.B. ein gut ausgebautes, berufliches Netzwerk sein, von dem Unternehmen einer Branche profitieren können. Oder Einblicke in Bereiche, in denen sich ein Unternehmen zu entwickeln wünscht. Notiere dir all diese Faktoren und schätze einmal, wie viel von dem Gehalt einer Fachposition für jeden davon zuzuteilen ist. Auch das Recherchieren von Stellenausschreibungen, die mit deiner gewünschten Position verwandt sind, kann dir einen Einblick in die üblichen Gehälter geben. Und auch hier gilt wieder: Welche Erfahrungen und Skills sind unerlässlich, welche sind ein nettes Mitbringsel und was davon  bringst du mit? Und wie kannst du fehlende Fähigkeiten ausgleichen oder möglichst schnell aufholen?

Unabhängig von deinen Methoden solltest du aber bedenken, dass diese Zahlen als grober Ausgangspunkt gedacht sind und nicht als feste Regel. Gehälter können nämlich je nach individuellem Unternehmen und der Stellenanforderung stark variieren. Darüber hinaus gibt es auch einige Online-Tools, mit denen du ein realistisches Gehalt als Berufseinsteiger*in in deiner Branche ermitteln kannst. Beim Gehaltsrechner von LiveCareer zum Beispiel kannst du bei der Suche sogar dein genaues Bildungsniveau eingeben. Auch Tarifrechner gibt es für bestimmte Branchen im Internet zu finden.

Schritt 4: Mache deine Gehaltsverhandlungen erfolgreich

Wenn du nun also deine Erfahrungen, übertragbaren Kenntnisse und deine Gehaltsvorstellungen genau kennst, ist es an der Zeit, in die Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Obwohl sich manche weniger um ihr Gehalt als vielmehr darum sorgen, überhaupt einen Job zu bekommen, ist die heutige Generation der Millennials nicht so leicht zufrieden zu stellen. Um es ganz offen zu sagen: Viele junge Berufstätige wissen bereits, was sie wollen, und sind fest entschlossen, es zu verwirklichen. Solange du deine Hausaufgaben richtig gemacht hast, solltest du dich nicht scheuen, nach dem Gehalt zu fragen, von dem du glaubst, es zu verdienen. Deine Gehalts- oder Lohnvorstellungen sollten bereits realistisch sein und sich an den aktuellen Trends und Standards der gewählten Branche orientieren. Auf dieser Basis sollten die meisten seriösen Arbeitgeber in der Lage sein, deine Erwartungen zu erfüllen oder zumindest mit einem angemessenen Gegenangebot zu reagieren. Ob du das Angebot annimmst oder nicht, ist letztlich deine Entscheidung - versuche nur, Billigangebote oder Arbeitgeber zu meiden, die sich weigern, ein konkurrenzfähiges Gehalt anzubieten. Solche Arbeitgeber haben in der Regel eine hohe Fluktuationsrate, wenig bis gar keine Sozialleistungen und nur sehr wenige Möglichkeiten für eine berufliche Weiterentwicklung. 


Fazit: Zeige deinen eigenen Wert – und steigere ihn Für eine*n Berufseinsteiger*in kann es schwierig sein, bei einem etablierten, renommierten Unternehmen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Solange du jedoch eine klare Vorstellung von deinen Erfahrungen und Fähigkeiten, deren Wert für ein Unternehmen und den Gehaltsentwicklungen deiner Branche hast, solltest du ihn souverän verargumentieren können. Demonstriere deinen Wert, zeige, was du geleistet hast – und auch, wie diese Leistungen für das Unternehmen ein Erfolgspotential darstellen.

Falls du dir noch unsicher bist, ob du auch wirklich bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch überzeugen kannst, lege ich dir hiermit unser 1-zu-1 Karrieretraining ans Herz. In diesem Training machen wir dich nicht nur rhetorisch fit, sodass du deine Kompetenzen überzeugend verpackst, sondern wir geben dir auch Anleitungen zu mehr Sichtbarkeit bei deinen Wunschunternehmen. Wir erstellen mit dir gemeinsam einen Lebenslauf, der dich für deine Wunschposition passgenau macht und üben in unseren Live-Calls das Vorstellungsgespräch bis du perfekt vorbereitet bist.

Wenn sich das für dich gut anhört, trage dich unten in unser Formular für ein kostenloses Beratungsgespräch ein. Unser Team meldet sich dann zur angegebenen Wunschzeit bei dir und wir geben dir noch am Telefon eine Strategie für dein weiteres Vorgehen mit auf den Weg. Wenn du dann das Gefühl hast, das du etwas mehr Input brauchst, werden wir das weitere Vorgehen besprechen.

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute für deinen weiteren Karriereweg. Mach's gut und bis dann,

dein Hassan.


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